Ausgangspunkt unserer Diskussion war das "Wieder-Lesen" oder die Neuentdeckung der Lerntheorie bei Holzkamp - Wiederentdeckung des "Lernbegriffs", Tiefe der Subjektperspektive des Lernbegriffs / Zusammenhang mit den aktuellen methodischen Zugängen, Fragen, dadurch tiefere Untersuchung verschiedener methodischer Zugänge (Bsp. kooperatives Lernen) - darüber hinaus: deutliche Zusammenhänge zu Kleining, einerseits methodisch (als methodologisch) als auch im Kontext des Zusammenhang definitiver und affinitiver Lernphasen und qualitativer Sprünge // positive Erfahrung mit der genaueren Lektüre von Holzkamp und zugleich die Erkenntnis ambivalenter Zugänge zum Gegenstand "Schule", da der Rückgriff auf Foucault bei Holzkamp sich auf das disziplinarische Modell von Schule beschränkten und neuere ("moderne") Entwicklungen nicht in den Blick genommen werden konnten.
Von hier aus Suche nach neueren, theoretischen Zugängen - Entdeckung von Foucault und Lektüre der "Geschichte der Gouvernementalität". Damit das erste Mal ein Zugriff auf moderne theoretische Entwicklungen im Bildungs- / Schulbereich, die jetzt im Zusammenhang mit neoliberalen Strategien begriffen werden können. Ein Ansatz mit sehr hohem analytischen und theoretischem Potential. Insbesondere das Verständnis von Neoliberalismus nicht nur als politisches bzw. politologisches Konzept, sondern als machtstrategische und darin gesellschaftlich subjektkonstitutive Strategie von Vergesellschaftung.
In Zukunft wird es jetzt darum gehen, über das grundlegende Verständnis der neoliberalen Vergesellschaftung und Dynamik bei Foucault, verschiedene Kernbereiche des bildungs-, schul-, lernpolitischen und -theoretischen Bereich näher zu analysieren und in dieser Analyse kritisch zu entfalten.
Beispiele für solche Zugänge:
- Fragen des Begriffs und der Realisierung von Kompetenzen, Zusammenhang zu Methoden
- Selbstständigkeit, selbstständiges Lernen
- Lebenslanges Lernen - formales, non-formales, informelles Lernen
- Individualisierung - Standardisierung, Heterogenität
- "Über die gegenwärtigen Verhältnisse hinausweisende" Potentiale, Momente ...
Die zu führende Auseinanderstzung soll darauf abzielen neoliberale Vergesellschaftungsstrategien zu erkennen, ohne dabei vorschnell eine eigene alternative Posistion zu entwickeln. Es sollen Fragen entstehen, die eine langfriste und nachhaltige Auseinanderstzung initiieren, nicht aber zu theoretisch strategischen Antworten führen. Poststrukturalistische Skepsis und wissenenschaftlich geforderte Offenheit dem Gegenstand gegenüber lassen eine Positionierung generell fragwürdig erscheinen. Zudem ist eine mögliche Überwindung der neoliberalen Totaliät wie schon zuvor vor allem eine "praktische Angelegenheit".
heureka72 - 28. Jun, 12:08